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KRONE trailerforum 1-2013

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Forschung Programmiert

Forschung Programmiert auf freie Fahrt Im Kampf gegen die zunehmenden Störungen im Straßenverkehrsnetz helfen zentral gesteuerte, intelligente Lösungen. Der Verband der deutschen IT-Branche BITKOM hat konkrete Vorschläge erarbeitet, die den Bau neuer Straßen überflüssig machen sollen. A lles Unglück der Menschen rührt daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können.“ Als der französische Philosoph Blaise Pascal dies im 17. Jahrhundert sagte, konnte er die aktuellen Verkehrsprobleme kaum vorhergesehen haben, sein Satz trifft sie aber sehr genau. Menschen, die viel auf deutschen Straßen unterwegs sein müssen, bekommen das heute Tag für Tag zu spüren. Deutsche Autofahrer standen 2012 durchschnittlich 36 Stunden in Staus. Der Stillstand auf den Verkehrswegen wird dabei vorwiegend durch die in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge verursacht. Zu viele der 53,6 Millionen Pkws, Lkws und Motorräder fahren zur selben Zeit im Berufsverkehr, an langen Wochenenden oder zum Ferienbeginn – und lassen das System regelmäßig kollabieren. Trotz aller Probleme kommt jeder Bürger früher oder später an sein Ziel, was insgesamt zu der unvorstellbaren Fahrleistung von 528 Milliarden Kilometern führt. Damit ließe sich die mittlere Distanz zwischen Erde und Sonne ganze 3.500 Mal überbrücken. Nur Optimisten glauben, das Stauproblem einfach aussitzen zu können. Sie berufen sich auf die in Deutschland schrumpfende Bevölkerung, die langfristig zu einem Rückgang der Fahrleistung führen werde. Tatsächlich soll die Zahl der Deutschen bis zum Jahr 2035 um 3,7 Prozent und bis 2060 gar um knapp 14 Prozent zurückgehen. In 23 Jahren sind es dann immer noch 79 Millionen Menschen, die sich in den Großstädten drängen werden. Der private Individualverkehr wird dadurch sicherlich abnehmen. Diese Entlastung wird jedoch durch den weiter steigenden Güterverkehr überkompensiert werden. Bis zum Jahr 2030 soll der Warentransport um weitere 50 Prozent zunehmen und auch bis zum Jahr 2050 nicht mehr sinken. Keine neuen Strassen. Vor diesem Hintergrund muss etwas geschehen, und jeder weiß, dass eine Erweiterung des Straßennetzes keine Lösung sein kann. Der Verkehrsetat der Bundesregierung reicht ohnehin nur für die Instandhaltung der bestehenden Trassen und Brücken – wenn überhaupt. Die Lösung kann demnach nur in einem intelligenten Verkehrsmanagement liegen. Ziel muss es sein, die vorhandenen Kapazitäten gleichmäßiger zu nutzen. Das können tageszeitabhängige Mautsysteme und moderne Verkehrstelematik leisten. Hier ist der Staat gefragt, der eine zentrale Infrastruktur schaffen muss. Der Bund fungiert in der Verkehrstelematik als Initiator, Moderator, Plattformbetreiber und Konzeptersteller. Danach sind die Länder, Verkehrsregionen, Kommunen und die Industrie gefordert, die Maßgaben des Bundes zu unterstützen. Der Bundesverband der IT-Branche BITKOM hat hierfür bereits in den Jahren 2009 und 2011 konkrete Handlungsempfehlungen erarbeitet. 38 trailerforum

Forschung Beirat gegründet. Die ersten Fortschritte sind bereits sichtbar. Dies zeigt sich unter anderem darin, dass das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) einen Beirat für intelligente Verkehrssysteme – kurz IVS-Beirat – gegründet hat. Ziel des IVS- Beirats ist ein nationaler Rahmenplan für die Einführung von intelligenten Verkehrssystemen. Der erste Fokus wird dabei auf dem individuellen Straßenverkehr liegen. Die Voraussetzungen für eine spätere Umsetzung sind sehr gut. Denn in Deutschland befinden sich im Unterschied zu den meisten anderen europäischen Ländern gleichzeitig eine etablierte Automobilindustrie, eine leistungsstarke Informationsund Kommunikationstechnologie (ITK), eine Hightechbranche und eine exzellente vernetzte Zulieferindustrie. Hinzu kommen umfassende Kompetenzen in der Systemintegration und in der Logistik sowie hervorragende Ausbildungs- und Forschungsstandorte. Aktive Verkehrslenkung. Ein intelligentes Verkehrsnetz der Zukunft besteht aus telematischen, bidirektionalen Infrastrukturen auf Verkehrswegen, im Fahrzeug und beim Nutzer sowie aus miteinander verbundenen Zentralen zur aktiven Unterstützung von Verkehrsteilnehmern. Das intelligente Verkehrsnetz ermöglicht eine aktive, situationsbezogene Verkehrslenkung. Dabei hat der nachgeordnete Aufbau und Betrieb von überregionalen, multimodalen Mehrwertdiensten eine besondere Bedeutung. Eine weitere wesentliche Aufgabe ist die Realisierung vernetzter Mobilitätsmodelle für eine intelligente Verkehrslenkung. Im Personenverkehr ist insbesondere eine nahtlose Anbindung von ÖPNV und Carsharingangeboten an den Individualverkehr sowie eine dynamische Parkraumbewirtschaftung (Information, Reservierung) von großer Bedeutung. Mit einer ITK-basierten Telematik und Navigation im überregionalen Lkw-Verkehr können ebenfalls große Verbesserungen erzielt werden. Hinzu kommen moderne Emissionsmodellierungsund Flottenmanagementsysteme, welche die Umwelt schonen sollen. Potenziale ausschöpfen. Der Aufbau eines bundesweit flächendeckenden „intelligenten“ Verkehrsnetzes erbringt einen hohen volkswirtschaftlichen Nutzen und erhöht die Effizienz der bestehenden Verkehrsinfrastruktur. Die Ausschöpfung der Potenziale, die in der Telematik durch moderne ITK geschaffen werden, sollte daher ein zentraler Baustein der Verkehrsplanung sein. Intelligente Verkehrsnetze können zudem die Folgekosten durch Umweltschäden deutlich verringern. Sie können maßgeblich dazu beitragen, die CO 2 -Emmissionen zu reduzieren, und damit einen wesentlichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. Fazit: Am Ende werden wir unsere Verkehrsprobleme nicht mit mehr Straßen, sondern ausschließlich mit moderner Informationstechnologie lösen können. Der Aufbau eines intelligenten Verkehrsnetzes würde Deutschland volkswirtschaftlich nutzen und die Effizienz der bestehenden Verkehrsinfrastruktur erhöhen. Empfehlungen des Branchenverbands BITKOM zur besseren Nutzung des StraSSennetzes Bei künftigen Bauvorhaben müsste der Einsatz von ITK-Lösungen fester Bestandteil der Bauplanung von Bundesstraßen und Autobahnen sein. Die Bundesregierung sollte die Rahmenbedingungen für die anonymisierte Datenerhebung aus Fahrzeugen vorschreiben, Nutzungsvereinbarungen verabschieden und die Schnittstellenstandardisierung fördern. Die Verkehrsregionen sollten Verkehrsmanagementzentralen mit Notfallund Sicherheitsservices koppeln, diese mit intermodalen, überregionalen Echtzeitinformationen versorgen und an eine dynamische Parkraumbewirtschaftung anbinden. Das Bundesverkehrsministerium sollte die Verbreitung von Assistenzund Sicherheitssystemen fördern. Alle Verkehrsteilnehmer sollten mit einem Kommunikationsmodul mit Anbindung an Mehrwertdienste ausgerüstet werden. Zudem sollte die Fahrzeuganbindung ans Internet gefördert werden. Echtzeitdaten des ÖV/ÖPNV (öffentlicher Verkehr und öffentlicher Personennahverkehr) sollten für Dritte bereitgestellt werden. Intermodale Kombinationsmöglichkeiten sollten in Ballungsgebieten mit Blick auf alle Mobilitätsangebote (inkl. Carsharing, Verleih, Scooter …) gefördert werden. Schnelle und leistungsfähige Mobilfunk- und Cloudtechnologien sollten gefördert werden, um langfristig die Serviceangebote und Geschäftsmodelle der Verkehrstelematik abzusichern. Fotos: sellingpix/Fotolia.com, goldhafen/iStockphoto Impressum Herausgeber: Fahrzeugwerk Bernard KRONE GmbH Bernard-Krone-Straße 1 49757 Werlte Verantwortlich für den Herausgeber: Tobias Eichberg Tel. +49 5951 209-584 Fax +49 5951 209-420 E-Mail: tobias.eichberg@krone.de http://www.krone-trailer.com Verlag: DVV Kundenmagazine GmbH Nordkanalstraße 36 20097 Hamburg Tel. +49 40 23714-01 Redaktionelle Mitarbeit an dieser Ausgabe: Dr. Frank Albers, Sebastian Becker (n-ost), Juliane Gringer, Kai Jacobsen, Jannah Schmitz, Oliver Schönfeld, Martina Schulz, Grzegorz Teperek, Marcus Walter Druck: Asco Sturm Druck, Bremen Erscheinungsweise: trailerforum erscheint viermal jährlich in einer Gesamtauflage von 40.000 Exemplaren in deutscher und englischer Sprache. Stichpunkt: Die Publikation, ihre Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung muss vom Verlag oder Herausgeber genehmigt werden. Dies gilt auch für die elektronische Verwertung wie die Übernahme in Datenbanken, Onlinemedien (Internet), Intranets oder sonstige elektronische Speichermedien. Herausgeber und Verlag schließen eine Haftung für unverlangt eingesandte Fotos, Manuskripte und sonstige Datenträger aus.

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