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KRONE trailerforum 2-2013

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Zur Person Martin

Zur Person Martin Muschalla (30) arbeitet seit 2011 bei der Strabag und ist Projektleiter im PAST-Vorhaben. Zuvor war er bei der Bauoberleitung der Rollbrücken der Landebahn Nordwest am Flughafen Frankfurt tätig. Sein Studium zum Diplom-Ingenieur absolvierte er in Frankfurt am Main. Dringender Handlungsbedarf. „Der Zustand der Bundesfernstraßen hat sich in den vergangenen Jahren erkennbar verschlechtert“, sagt Wolfgang Kugele, Referent für Infrastrukturpolitik beim ADAC. Rund 40 Prozent der Fahrbahnen im Bundesstraßennetz und etwa 20 Prozent im Autobahnnetz würden sich schon heute in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand befinden. Bei Straßen und Brücken in Zuständigkeit der Länder und Kommunen sehe es häufig nicht besser aus. „Es besteht dringender Handlungsbedarf.“ Das sieht auch die deutsche Logistikbranche so. Eine Umfrage der Bundesvereinigung Logistik im Mai 2012 zeigte, dass viele Unternehmen in der Branche den Wachstumstreiber Logistik aufgrund der Probleme in der Infrastruktur gefährdet sehen. Rund 90 Prozent sagten, dass ihre Geschäftsentwicklung direkt von den Investitionen in die Infrastruktur abhängt. Finanzierung dank Pkw-Maut? Etwa 70 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel will Verkehrsminister Peter Ramsauer in die Sanierung von Straßen stecken. Ausreichen wird das Geld nicht, sagen Experten. Laut ADAC beträgt der zusätzliche Investitionsbedarf für die Bundesfernstraßen etwa 2,5 Milliarden Euro. Dabei fehle es im Grunde nicht an Geld, sagt Kugele. Steuer- und Mauteinnahmen bescherten jährliche Einnahmen von etwa 53 Milliarden Euro, denen aber nur 19 Milliarden Euro Ausgaben von Bund, Ländern und Kommunen für Straßen gegenüberstünden. „Problem ist derzeit, dass das überschüssige Geld an anderen Stellen im Haushalt versickert.“ In diesem Sommer hat die CSU die Pkw-Maut wieder ins Gespräch gebracht, welche die Sanierungsarbeiten finanzieren soll – die müssten allerdings nur Ausländer auf deutschen Straßen zahlen, so der Vorschlag. Schaut man in andere Länder Europas, ist eine Abgabe für Autofahrer durchaus üblich. In Ungarn beispielsweise müssen Autofahrer für ein Jahr 143 Euro für eine entsprechende Vignette auf den Tisch legen. In Slowenien sind es 95 Euro, in der Schweiz 33 Euro. Einen Auf vielen Straßen Europas sind Mautgebühren auch für Autofahrer üblich. Doch sorgt die Abgabe auch für eine bessere Straßenqualität? direkten Zusammenhang zwischen Maut und guter Straßenqualität gibt es allerdings nicht – wie sich etwa am italienischen Straßennetz beobachten lässt. In Frankreich und Spanien führt die Maut zumindest dazu, dass Autofahrer zum Teil auf Landstraßen ausweichen und so Autobahnen weniger belastet werden. Private als StraSSeneigentümer. Eine andere Möglichkeit, den Straßenbau zu finanzieren, sind öffentlich-private Partnerschaften. Hier schließen öffentliche Hand als Auftraggeber und Unternehmen als Auftragnehmer langfristige Verträge mit einem wesentlichen Kriterium: Die Unternehmen kommen für die Finanzierung des Straßenbaus auf und sind über die Vertragslaufzeit für den Erhalt verantwortlich. Gleichzeitig fungieren sie dafür als Eigentümer der Straßen. Laut Bundesverkehrsministerium zeichnen sich ÖPP-Projekte im Vergleich zu Projekten in rein öffentlicher Hand vor allem durch eine effizientere und wirtschaftlichere Bauweise aus. ÖPP im Straßenbau lässt sich auch in anderen Ländern Europas finden. Großbritannien gilt als Vorreiter, aber auch in den Ländern Südwesteuropas wie Italien und Spanien sind die Kooperationsmodelle verbreitet. Hier erhält der Private zum Beispiel das Recht, von allen Nutzern eine Maut zu erheben. Mithilfe dieses Prinzips wurde in den vergangenen 30 Jahren vor allem der Ausbau im Fernstraßennetz gestemmt. Frankreich, die Niederlande und die skandinavischen Länder setzen ÖPP inbesondere ein, um die Effizienz in Bau und Sanierung zu steigern. Wie das in der Praxis aussieht? Ideen dafür kann Berater Martin Muschalla liefern. Eine Errungenschaft aus dem PAST- Forschungsprojekt ist beispielsweise die sogenannte Thermomulde, ein spezieller Lkw zum Transport der Asphaltmischung zur Baustelle. Während das Mischgut in herkömmlichen Transportern häufig schon zu kalt an der Baustelle ankommt, ist das Spezialfahrzeug mit einer zusätzlichen Dämmung ausgestattet. Nur wenn die Idealtemperatur eingehalten wird, stimmen am Ende auch Qualität und Haltbarkeit der neuen Straße. 8 trailerforum | Ideen im StraSSenbau

»Baustellen lassen wir nur zu bestimmten Zeiten zu« Fotos: ehrenberg-bilder/Fotolia, Martin Muschalla (privat), Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement D er zunehmende Verkehr vor allem im Gütertransport verlangt eine intelligente Verkehrsplanung. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die Verkehrszentralen der Bundesländer. Die größte und modernste in Deutschand sitzt in Frankfurt am Main. Gerd Riegelhuth, Leiter der Verkehrsabteilung von Hessen, berichtet über die Arbeit seines Teams und wie er Hessens Autobahnen staufrei halten will. trailerforum: Herr Riegelhuth, wie sieht für Sie der ideale Verkehrsfluss auf einer Autobahn aus? Gerd Riegelhuth: Im Idealzustand sind alle Fahrstreifen gleich ausgelastet und die Fahrzeuge fahren in konstantem Abstand mit annähernd gleicher Geschwindigkeit. In der Realität haben wir diesen Zustand natürlich nur höchst selten. Der Verkehrsfluss wird zum Beispiel durch Auf- und Abfahrten gestört, durch schlechte Witterung, Baustellen ... All das löst Störungen im Verkehr aus, die bei hoher Belastung zu Kettenreaktionen führen können, sodass der Verkehr schließlich zusammenbricht. Baustellen sorgen regelmäßig für Staus auf Autobahnen. Was tun Sie, um dem vorzubeugen? Wir haben feste Regeln für die Planung und Durchführung von Baustellen aufgestellt: Baustellen werden nur genehmigt, wenn die Kapazität der verbleibenden Fahrstreifen für die Aufnahme der erwarteten Verkehrsnachfrage ausreicht. Das bedeutet, gebaut wird bei uns nur zu solchen Zeiten, in denen diese Rahmenbedingung erfüllt ist. Das führt dazu, dass viele Arbeiten eben nur nachts oder am Wochenende durchgeführt werden können. Neben Baustellen sind es vor allem liegen gebliebene oder verunfallte Fahrzeuge, die zu Staus führen. Hier arbeiten wir gemeinsam mit Polizei und Rettungskräften daran, dass solche Fahrzeuge schneller als bisher abgeschleppt werden, um die Straße wieder frei befahrbar zu machen. Sie machen sich auch Verkehrstelematik zunutze, um die Autobahnen in Hessen staufrei zu halten. Wie setzen Sie die Technik zum Beispiel ein? Unsere Anlagen zur Verkehrssteuerung sind für jeden sichtbar. Damit wird der Verkehr mit dynamischen Wechselverkehrszeichen gesteuert. Diese sorgen durch verkehrsabhängige Geschwindigkeitsanzeigen für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss und warnen vor Gefahren. Auf den am meisten belasteten Strecken geben wir zudem zeitweise den Seitenstreifen als zusätzlichen Fahrstreifen frei. Mit dieser intelligenten Nutzung des vorhandenen Straßenraums erzielen wir eine erhebliche Staureduktion. Außerdem informieren wir die Verkehrsteilnehmer auf großen LED-Tafeln vor den Autobahnkreuzen über Reisezeiten und Alternativrouten, wenn es auf einer Strecke Störungen und Staus gibt. Zur Person Gerd Riegelhuth (57) leitet die Abteilung Verkehrsmanagement, Betrieb und Verkehr im Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen. Zudem ist er Projektleiter der Initiative „Staufreies Hessen 2015“. Er ist unter anderem für die Verkehrszentrale Hessen sowie für die Car-to-X-Projekte SIM-TD und AKTIV zuständig. IDEEN IM STRASSENBAU | trailerforum 9

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