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KRONE trailerforum 2-2015 (DE)

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Wenn das Fahrzeug

Wenn das Fahrzeug geparkt ist, schließt der Fahrer das Aggregat der Kühleinheit an ein Stromkabel an und kappt damit den kostenintensiveren Betrieb per Dieselkraftstoff. In der Fahrerkabine zeigt ein Display (3. Bild von links) während der Fahrt kontinuierlich die aktuellen Werte an – die Daten werden von dieser Box am Auflieger gesendet. „Temperaturabweichung auf 23,3 Grad“. Die Toleranzgrenze für das Röntgenmittel von +/– 3 Grad ist überschritten. Die Krone-Telematik ermöglicht dem Disponenten, die Temperatur manuell aus der Ferne herunterzuregeln, während der Fahrer weiterruhen kann. Zum Glück ist die Ursache harmlos: Die Außentemperatur ist inzwischen auf heiße 40 Grad geklettert. Angesichts der schwierigen klimatischen Bedingungen hat der Fahrer bei seiner Weiterfahrt ein besonderes Auge auf das Temperaturdisplay im Fahrerhaus, das ihm die Daten aus dem Auflieger via Bluetooth in Echtzeit übermittelt. 21 UHR, AUTOHOF BEI FRANKFURT AM MAIN: Das Kontrastmittel ist fast am Ziel. Das Logistikzentrum, das auf die Sendung wartet, ist nur noch wenige Kilometer entfernt. Bevor Becker sich seine elf Stunden Ruhezeit nimmt, setzt er die Temperatur im Trailer manuell wieder herauf, da sich das Wetter draußen abgekühlt hat. 1.9., PUNKT 11 UHR, PHARMA-LOGISTIKZENTRUM FRANKFURT AM MAIN, RAMPE 17: Vom Schreibtisch aus entriegelt der Disponent die Tür mithilfe eines persönlichen Codes. Zusammen mit den 66 Paletten übergibt Becker dem Empfänger eine Art Kassenzettel, den er zuvor im Fahrzeug ausgedruckt hat. Darauf ist der Temperaturverlauf im Zehnminutentakt über die gesamte Transportzeit dokumentiert. Parallel übermittelt der Disponent dieselben Daten per PDF an den Kunden. Für Michael Sünkler bedeutet die Zweiwegekommuni kation eine enorme Arbeitserleichterung: „Disponent und Fahrer sind auf dem gleichen Wissensstand, Daten werden nur einmal erfasst und können parallel an den Kunden übermittelt werden. Damit sparen wir Zeit und vermeiden Fehler.“ Besonders schätzt er, dass er sich mit der Telematiksoftware von Krone alle in seinem Fuhrpark befindlichen Trailer auf den Bildschirm holen kann. In der Übersicht erscheinen alle Auflieger, unabhängig vom Hersteller. Auf seiner Telematikwunschliste an den Hersteller steht die Integration der Zugmaschinen in die Software. Denn während die Trailerübersicht mit einem Klick auf dem Desktop zu sehen ist, muss er sich die dazugehörigen Zugmaschinen einzeln aufrufen. Für die Spedition Sünkler endet der Auftrag über den Transport der 66 Paletten Kontrastmittel an dieser Stelle. Für das Kontrastmittel geht es in kleineren Chargen in die Feinverteilung: Krankenhäuser, Tageskliniken und Fachärzte stehen auf der Empfängerliste. Die EU-Leitlinien zur guten Vertriebspraxis (Good Distribution Practice, GDP) sorgen dafür, dass die Produkte auch auf dem nächsten Teilstück sicher reisen. Mit der GDP hat die EU im Jahr 2013 einen Qualitätsrahmen definiert, der für Transporte vom Arzneimittelhersteller bis zur Abverkaufsstelle eingehalten werden muss. Damit soll vermieden werden, dass die Wirksamkeit der pharmazeutischen Produkte beeinträchtigt oder im schlimmsten Fall ganz aufgehoben wird. Auch Sünkler arbeitet schon lange nach diesen Spielregeln. Um dies nach außen zu dokumentieren, durchläuft die Spedition derzeit eine GDP-Zertifizierung, die bis Ende 2015 abgeschlossen sein wird. Dann hat er schwarz auf weiß vorliegen, was seine Pharmakunden ihm schon seit fast einem halben Jahrhundert durch ihre Treue attestieren: dass er ein zuverlässiger Partner in der Lieferkette des Gesundheitswesens ist. Fotos: Norman Posselt 26 trailerforum | GUT GEKÜHLT

NACHGEFRAGT … Michael Kuchenbecker – „Logistics Alliance Germany” SICH KENNEN UND BEKANNT MACHEN: »LOGISTIK IST EIN ‚PEOPLE’S BUSINESS‘.« Welche Rolle spielt Vernetzung für den Logistikstandort Deutschland? trailerforum sprach darüber mit Michael Kuchenbecker von der Logistics Alliance Germany, die ausländische Auftraggeber mit dem Angebot der deutschen Logistikwirtschaft zusammenbringt. Foto: LAG W elche Bedeutung hat der Logistikstandort Deutschland heute international? Kuchenbecker: Einen sehr großen, auch wenn die hiesigen Akteure es selbst leider oftmals nicht so wahrnehmen. Die Weltbank hat Deutschland 2014 zum Logistikweltmeister gekürt. Unter der Voraussetzung, dass man die Logistik als Branche sieht, ist sie nach dem Handel und dem Bereich Automotive die drittgrößte Branche im Land. Mit 2,9 Millionen Beschäftigten leben wir im größten Logistikmarkt Europas. Wir sind die größte Volkswirtschaft in der EU und bedeutend als Hub und Gateway. Ganz zu schweigen von der Lage mit neun Nachbarländern und einer sehr guten Erreichbarkeit im Herzen Europas. Deutschlands Bedeutung als Logistikstandort ist außerordentlich groß. Was bedeute das für die Kunden deutscher Logistikunternehmen? Deutschland bietet eine ganze Reihe sehr wettbewerbsfähiger und teilweise hoch spezialisierter Logistikdienstleister – nicht nur die großen Player wie DHL und DB Mobility Logistics, sondern die Branche ist auch stark klein- und mittelständisch geprägt. Ich habe als Kunde also diverse Wahlmöglichkeiten. Deutsche Unternehmen leben im besten Sinne von den Klischees: der deutschen Pünktlichkeit und Verlässlichkeit und der Gewohnheit, Regeln strikt auszulegen. Die Kunden können sichergehen: Wenn man auf deutsche Logistikunternehmen setzt, dann funktioniert das in aller Regel auch. Wo liegen die Schwächen des Logistikstandorts Deutschland? Man kann die Stärken teilweise auch als Schwächen deuten: Die exzellente Ausstattung der Infrastruktur bedeutet auch, dass wir die erheblichen Kosten für ihren Ausbau und Erhalt tragen müssen. Die gute Lage bedeutet, dass wir als Haupttransitland in Europa eine enorme Menge an Verkehr zu bewältigen haben. Und die vielfältigen Angebote müssen auch „transportiert“ werden, und es darf für Interessenten nicht unübersichtlich werden. Außerdem kämpft die Bevölkerung mit Überalterung, und es gibt Nachwuchssorgen in vielen Zweigen der Logis tik. »Deutschlands Bedeutung als Logistikstandort ist außerordentlich groß.« Mit welchen Mitteln kann der Standort gestärkt werden? Hier gilt der alte Marketingspruch „Tue Gutes und rede darüber!“ Die besten Botschafter für die Stärken Deutschlands in diesem Bereich sind die Logistikdienstleister selbst. Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu verbessern, müssen die Vorteile für ausländische Verlader noch bekannter gemacht werden. Es sollte mehr Anreize für Exporteure und Verlader geben, Deutschland als Tor nach Europa zu nutzen. Aber es sind auch Investitionen in Infrastruktur und Köpfe nötig. Die große Vielfalt sowie die Attraktivität der Berufe in der Logistik muss vor allem zu den jungen Menschen transportiert werden. Schließlich sind innovative Konzepte gefragt, auch technischer Art, die, kombiniert mit der deutschen Verlässlichkeit, einen Mehrwert bieten. Welche Rolle spielt Vernetzung dabei? Unserer Auffassung nach lebt die Logistik von der effizienten Vernetzung der Partner, Leistungserbringer und Standorte. Wir als Logistics Alliance Germany möchten das unterstützen und tun es in den Reihen der Logistikakteure und der Logistikwirtschaft. Die Partner der Logistics Alliance Germany – also das Verkehrsministerium und die Mitglieder des Fördervereins LAG e. V. – unterstützen die Vermarktung des Logistikstandorts nicht nur monetär, sondern vor allem auch durch ihr persönliches Engagement. Oftmals kennen sich die Logistiker untereinander noch nicht gut genug. Logistik ist aber ein „people’s business“: Es ist wichtig, dass man voneinander weiß und sich bekannt macht. Wir unterstützen das gezielt, indem wir die Akteure auf Veranstaltungen zusammenbringen und auch einen deutschsprachigen Newsletter herausgeben, in dem sich unsere Mitglieder vorstellen können. Unsere Kerndienstleistung ist aber das Matchmaking, also die Vernetzung ausländischer Gesuche mit dem Angebot der deutschen Logistikwirtschaft, um so zu helfen, Auftragszuwächse zu generieren. Zur Person Michael Kuchenbecker, Jahrgang 1971, ist seit 2008 als Prokurist und Senior Consultant für die Logistic- Network Consultants GmbH tätig. Neben der Leitung der Berliner Niederlassung zählt seit 2011 die Leitung der Geschäftsstelle der Logistics Alliance Germany (LAG) zu seinen Hauptaufgaben. Die LAG vermarktet den Logistikstandort Deutschland im außereuropäischen Ausland. Sie ist ein öffentlich-privates Partnerschaftsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der deutschen Logistikwirtschaft. NACHGEFRAGT | trailerforum 27

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