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KRONE trailerforum 2016-01 (DE)

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Zukunft skizzieren!

SPAZIERGANG mit Bernard

SPAZIERGANG mit Bernard Krone »VERNETZUNG IST DAS GEHIRN DER LOGISTIK« DIE KULISSE Als Dozent an der Universität Bremen ist Professor Gerhard Roth in Seminaren und Vorlesungen anzutreffen. Um in Ruhe an seinen Büchern zu arbeiten, zieht er sich gern in sein externes Büro im Stadtteil Schwachhausen zurück, um über die Zukunft nachzudenken. Dort genießt er die Ruhe und die grüne Umgebung und geht gern im nahe gelegenen Bürgerpark spazieren. Das menschliche Gehirn ist ein faszinierendes Wunderwerk der Natur. Professor Gerhard Roth erforscht das Organ seit Jahrzehnten. Bernard Krone traf den Philosophen und Hirnforscher in Bremen zu einem Spaziergang im Grünen. Die beiden sprachen über künstliche Intelligenz, Vernetzung und den Blick in die Zukunft. Bernard Krone: Sehr geehrter Herr Professor Roth, erlauben Sie mir gleich zu Anfang unseres Gesprächs einen Vergleich: Logistik ist ein sehr komplexes Geschäft, bei dem viele Fäden richtig zusammengeführt werden müssen, und die fortschreitende generelle Vernetzung im Transport ist so etwas wie das Gehirn der Logistik. Erkennen Sie Parallelen zu Ihrem Fachgebiet? In Sachen Vernetzung ist das menschliche Gehirn ja Experte, nicht wahr? Gerhard Roth: Oh ja. Man stellt sich dieses Organ oft als unstrukturierten Klumpen vor, in dem alles kreuz und quer kommuniziert. Aber das menschliche Gehirn verfügt vielmehr über 20 Großzentren, die sich ständig abstimmen müssen. Wie unser Gehirn es schafft, diese Informationsflut zu verarbeiten, ist sein großes Geheimnis. Da gibt es keinen obersten Chef, sondern jeder fragt den anderen, und zusammen wird eine Leistung erbracht. Durch die Großzentren und die bewussten wie unbewussten Wahrnehmungen, das Denken sowie durch Gedächtnis und Handlungssteuerung geht es immer im Kreis umher, in millionenfacher Parallelverarbeitung. Bernard Krone: Autonomes Fahren ist derzeit ein viel diskutiertes Thema unserer Branche. Welche Entwicklungen gibt es aus Ihrer Perspektive zur Thematik der künstlichen Intelligenz? Fotos: Stefan Schöning 16 trailerforum | SPAZIERGANG MIT BERNARD KRONE

Gerhard Roth: So, wie man sich künstliche Intelligenz vor 40, 50 Jahren erträumt hat, wird sie nicht Realität werden. Der menschliche Geist wird den Maschinen stets überlegen sein, spätestens wenn es um komplexe Entscheidungen geht. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass Entscheidungen nicht so rational gefällt werden, wie wir das vielleicht im ersten Moment glauben. Sie basieren auf einer Mischung aus Rationalität, Intuition und dem Unbewussten. »Genau darin liegt die Stärke des menschlichen Gehirns: Es verbindet das Rationale mit dem Emotionalen.« Professor Gerhard Roth, Philosoph und Hirnforscher Bernard Krone: Ich gehe davon aus, dass wir Menschen aber auch gleichzeitig noch stärker lernen müssen, dass Computer in einigen Bereichen unseren geistigen Fähigkeiten überlegen sind. Und teilweise können wir das Entwicklungspoten zial auch nur erahnen: Wenn wir beispielsweise über autonomes Fahren sprechen, müssen wir darüber nachdenken, ob es in ferner Zukunft nicht auch autonom fahrende Ladungsträger gibt. Gerhard Roth: Hier möchte ich der Branche etwas grundsätzlich zu bedenken geben. Die Frage muss bei solchen Überlegungen meiner Meinung nach immer lauten: Wie viel Autonomie möchte man als Mensch vor dem Hintergrund von Automatisierung und Digitalisierung akzeptieren? Bernard Krone: Das ist eine wichtige und gute Frage. Wir stellen sie uns auch in Bezug auf das spezifische Know-how einzelner Mitarbeiter in der Logistik. Wenn ich Themen habe, die ich nur mit einem bestimmten, hoch qualifizierten Mitarbeiter lösen kann, und dann ist dieser Mitarbeiter für längere Zeit nicht verfügbar – was passiert dann mit meiner Ware, meiner Lieferung? Das ist ein Punkt, an dem man sich unabhängig machen muss und die Prozesssicherheit durch einen Computer ein Stück weit erhöhen kann. Gleichzeitig stellen sich auch unsere Kunden diese Frage, denn sie entscheiden jetzt schon, in welchem Nutzungsgrad sie heute Telematikanwendungen benötigen. Wir müssen flexibel sein – offen für Neues, aber immer auch Chancen und Risiken abwägen. Gerhard Roth: Genau darin liegt die Stärke des menschlichen Gehirns: Es verbindet das Rationale mit dem Emotionalen. Bernard Krone: Und das ist auch in der Wirtschaft durchaus gefragt – solche Parallelen sind sehr spannend. Herr Professor Roth, wie sind Sie eigentlich zur Hirnforschung gekommen? Gerhard Roth: Da muss ich weit zurückgehen in meine Jugend. Als ich 13, 14 Jahre alt war, hat mein Bruder bereits Psychologie studiert. Auf seinem Schreibtisch habe ich ein Buch gesehen mit bizarren Zeichnungen. Er erklärte mir, dass das Neuronen seien und was die mit dem Denken, mit Vernetzung im Gehirn und mit Gefühlen zu tun hätten. Ich habe dann bei den Philosophen eine Erklärung dafür gesucht, wie Gehirn und Geist zusammenhängen, und angefangen, Philosophie zu studieren. Aber zu meiner großen Enttäuschung sprachen die Philosophen zwar über alles Mögliche, nur vom Gehirn selbst hatten sie keine Ahnung. Hirnforschung war damals an den Universitäten noch nicht etabliert, deshalb habe ich Philosophie, Germanistik und Musikwissenschaft abgeschlossen. Und dann doch noch ein zweites Studium in Biologie angehängt – bei dem ich endlich erfahren habe, was ich wissen wollte. Wie war es bei Ihnen? Bernard Krone: Ich bin natürlich sehr geprägt durch meinen Vater, der unser Unternehmen fast 50 Jahre lang geleitet hat. Ich weiß noch, wie es mich schon als Kind und Jugendlicher fasziniert hat, wie ein Unternehmen neue Technolo - gien entwickeln und damit die Branche verändern kann – wie in unserer Familie Zukunft mitgestaltet wurde. Das treibt mich noch heute an, und ich verfolge dieses Ziel weiterhin mit aller Kraft. Den großen Wissensdurst, den Sie beschreiben, Professor Roth, den erkenne ich auch bei unseren Entwicklern wieder. Die sind regelmäßig mit ganz konkreten Fragestellungen unserer Kunden konfrontiert und müssen dafür optimale Lösungen entwickeln. Genau das ist ihre Leidenschaft: so lange nach dieser Lösung zu suchen, bis sie sie gefunden haben. Sehr praxis orientiert natürlich, um damit wieder etwas erfolgreich am Markt anbieten zu können. Das sind enorme geistige Herausforderungen. Professor Roth, was weiß man heute schon über das Gehirn? »Jede Person ist individuell – jeder Kunde, jeder Gesprächspartner.« Bernard Krone, geschäftsführender Gesellschafter der Krone-Gruppe Gerhard Roth: Als ich vor rund 50 Jahren mit der Hirnforschung begann, war sie sehr stark neurologisch und klinischmedizinisch geprägt. Erst vor etwa 15 Jahren hat man erkannt, dass man mit einem Kernspintomografen ganz gezielt bestimmte Zusammenhänge erforschen kann. Die Psychiater und Psychologen kamen hinzu, und es entstand die Idee, dass wir gemeinsam untersuchen, wer oder was unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmt. Das war völlig neu, dass eine Naturwissenschaft und eine Psychowissenschaft zusammen- SPAZIERGANG MIT BERNARD KRONE | trailerforum 17

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