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Spezielle Transporter

Spezielle Transporter bringen gekühlte Medikamente zu den Stationen. Kühlware wird immer in diesen blauen Medizin-Boxen transportiert. Aufkleber für die Fahrer informieren über Inhalt und Transportziel. In den Boxen werden neben Medikamenten auch Blutproben transportiert. sogar um 40 Prozent. Zur Erklärung: Kühlartikel müssen in bestimmten Temperaturgrenzen transportiert werden, von denen aber kurzfristig abgewichen werden darf. Kühlkettenpflichtige Arzneimittel dagegen müssen ohne Unterbrechung stets zwischen 2 und 8 °C gehalten werden. Laut Christian Specht, Berater am European Institute for Pharma Logistics (EIPL) wächst das Transportvolumen temperaturempfindlicher Pharmagüter jährlich um rund fünf Prozent. Denn viele deutsche Pharmahersteller würden ihre Logistik auslagern und beauftragen externe Dienstleister mit dem Transport von Wirkstoffen und fertigen Rezepturen. Außerdem würden viele ihren Produktionsstandort ins Ausland verlegen, vor allem nach Osteuropa, sodass auch innerhalb Europas mehr Transporte gefahren werden, als nötig sind. Die Touren funktionieren dabei in der Regel so: Der erste Weg führt vom Hersteller zum Großhändler – hier sind vor allem große Logistiker mit Trailern im Einsatz. Die Lieferung vom Großhändler zum Endabnehmer übernehmen dagegen kleinere Spediteure, da hier die Lieferungen naturgemäß kleiner ausfallen. Am gesamten Transportvolumen im deutschen Großhandel nimmt der Pharmatransport rund sechs bis sieben Prozent ein. EU-Gesetzesnovelle. Wer temperaturempfindliche Pharmagüter transportieren will, braucht dazu nicht nur speziell ausgestattete Fahrzeuge, sondern auch ein aufwendiges Überwachungssystem, ein besonders ausgebildetes Personal und Notfallpläne. Mit der Neuauflage des Regelwerks zum Transport von Medikamenten (siehe Infokasten) im vergangenen Jahr haben sich die Anforderungen noch einmal verschärft, vor allem was die Qualitätssicherung betrifft. Denn laut Specht geht man momentan noch davon aus, dass rund 20 Prozent aller Pharmatransporte nicht durchgehend im richtigen Temperaturbereich transportiert werden. So muss neuerdings zum Beispiel die Temperatur über den kompletten Transportweg aufgezeichnet und dadurch überwacht werden. „Die Qualitätsmanagementsysteme vieler Logistiker sind dafür noch nicht ausgestattet, und bei den Fahrzeugen fehlt zum Teil die entsprechende Sensortechnik“, weiß Specht. Diese Probleme hätten in erster Linie die kleineren Logistikunternehmen, da viele die Umrüstung ihrer Flotten und IT-Systeme finanziell nicht allein stemmen könnten. Ein anderes Problem: Weil sich durch die Novelle auch die Regeln zu den Temperaturkorridoren von Medikamenten geändert haben, wissen die Spediteure zum Teil nicht, welche Temperaturbereiche sie in Zukunft bedienen müssen. „Daher ist für sie auch noch nicht ganz klar, welche neue Technik sie anschaffen müssen. Sie verharren deshalb momentan und beobachten, wie sich die Mitbewerber verhalten“, erklärt Nicola Spiggelkötter, Inhaberin der Unternehmenberatung Knowledge & Support und Spezialistin für den Bereich Pharmalogistik. Auch vonseiten der Behörden gebe es noch keine klare Botschaft, wie die Einhaltung der Richtlinie überprüft werden wird. Die Expertin geht davon aus, dass es ähnlich wie in Österreich laufen werde, wo 2009 eine neue Arzneimittelverordnung eingeführt wurde. „Die Logistiker haben zunächst ein Jahr lang abgewartet, bis sich der Markt darauf eingestellt hat. Im zweiten Jahr haben die Behörden verschiedene Inspektionen gemacht, um zu überprüfen, ob die neuen Regeln tatsächlich ausgeführt werden. Heute haben sich alle darauf eingestellt und alles läuft normal.“ mit Anforderungen umgehen. Einige Logistiker in der Pharmabranche wie Pharmaserv, Thermotraffic oder Rhenus haben sich bereits auf die neuen Vorgaben eingestellt. Die Rhenus AG mit Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen ist dabei einer der größten Player im Markt für Pharmalogistik. Unter allen Branchen, die das Unternehmen bedient, liegt Pharma unter den Top Five. „Das Volumen für Pharmatransporte wird bei Rhenus in diesem Jahr um ein Vielfaches ansteigen“, sagt Bernd Stichel, Geschäftsführer der Rhenus Revival GmbH, eines Tochterunternehmens der weltweit agierenden Rhenus-Gruppe. Gleichzeitig sei aber der Aufwand durch die neuen Transportbedingungen erheblich gestiegen. „Um die neuen Anforderungen zu erfüllen, die Temperaturgrenzen einzuhalten und dies ständig nachweisbar zu machen, haben wir ein eigenes Produkt ‚Rhenus 8 trailerforum | Moderne Pharmalogistik

Titelstory Moderne Pharmalogistik Kühlbedürftige Pharmaprodukte werden von den Herstellern vor dem Abtransport mit genauen Informationen an die Transportbedingungen versehen. Pharma Safe Logistic‘ entwickelt. Seit Sommer 2013 ist das Produkt im Einsatz, mit einem aufwendigen Qualitätsmanagementsystem dahinter.“ Zum Beispiel überprüft das Rhenuseigene Qualitätssicherungsteam nun kontinuierlich die Transporter aller Dienstleister vor Ort daraufhin, inwieweit sie die Temperaturanforderungen erfüllen. Mehrere Hundert Lkws wurden bereits auditiert. Zudem gibt es ein Kontrollsystem, das alle Transporte weltweit überwacht. Über verschiedene Eskalationsstufen werden bei Gefahr entsprechende Warnhinweise an den Kontrolltower gesendet. „Wenn in einem Transporter die Kühltemperatur um mehr als ein halbes Grad rauf- oder runtergeht, gibt es einen Warnhinweis, dass der Transporter anhalten muss. Ein Servicemitarbeiter des Herstellers wird dann zum Standort des Lkw geschickt, um das Problem vor Ort zu beheben“, beschreibt Stichel. Oder man schickt direkt einen Ersatz-Lkw. „Wir besitzen für alle unsere Routen einen Plan, wie der Notfallservice am schnellsten zu verschiedenen Haltepunkten kommt.“ Transparenz und Sicherheit. Ähnlich sieht das Konzept des Logistikers Fiege aus. Fällt ein Kühlaggregat aus, kann die Temperatur bis zu einer Stunde gehalten werden, bis ein Hilfeservice zur Stelle ist, ein Ersatz-Lkw den Standort erreicht hat oder der Fahrer am Ende das Problem selbst beheben konnte. Die Kunden haben dabei die Möglichkeit, die Temperaturentwicklung und den aktuellen Standort der Transporter immer live über eine Webplattform mitzuverfolgen. Auch Fiege rechnet in Zukunft mit steigenden Umsätzen im Pharmatransport. „Momentan sind wir mit unserem Pharmaendkunden-Netzwerk am stärksten in den Benelux-Staaten aufgestellt, und auch in der Schweiz sind wir sehr aktiv“, sagt Carina Haverstreng, Projektmanagerin für den Healthcare-Bereich bei Fiege. In Deutschland organisiere das Unternehmen vor allem Shuttleverkehre vom Produktionsstandort der Pharmaunternehmen zu Lagerstätten. „Osteuropa wird als Transportmarkt immer interessanter, weil wir hier hinsichtlich der neuen Transportbestimmungen bereits über entsprechende Technik verfügen, die den Logistikern vor Ort noch fehlt und die deshalb Aufträge zum Teil nicht annehmen können.“ Neue Transportbestimmungen Die Regeln, die für die Pharmaherstellung gelten, sollen zunehmend auch auf den Transport übertragen werden. Darum setzte die EU im vergangenen Jahr die Überarbeitung der EU-Richtlinie Good Distributing Practice (GDP) in Kraft, die das Regelwerk für den Transport von Medikamenten aus dem Jahr 1994 ablöst. Nach der Einführung am 7. März 2013 galt zunächst eine Übergangsfrist von sechs Monaten, wobei die Richtlinie im vergangenen Spätherbst noch einmal korrigiert wurde und in aktueller Version seit dem 24. November gültig ist. Fotos: Jan Zappner, Fiege Die Richtlinie ist in zehn Kapitel aufgeteilt: Qualitätsmanagement, Personal, Ausrüstung und Betriebsmittel, Dokumentation, Lo Abläufe, Beanstandungen, Arbeiten im Auftrag, Selbstinspektion, Transport und besondere Vorschriften für Broker. Mit der Neufassung werden zum ersten Mal Anforderungen an die Vermittlung von Arzneimitteln definiert und damit die gesamte Herstellungs- und Transportkette lückenlos geregelt. Zum Beispiel dürfen Pharmaprodukte jetzt nur noch in dafür gekennzeichneten Fahrzeugen transportiert werden. Die Transporttemperatur soll sich während des gesamten Transports nach den Vorgaben des Herstellers oder auf der äußeren Verpackung richten. Moderne Pharmalogistik | trailerforum 9

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